MANNSBLDER – FRAUENZIMMER

Grundlagen gelingender Kommunikation

In unseren Forschungen¹ hat sich gezeigt, dass Männer wie Frauen in ihren Problemdefinitionen und Lösungsbestrebungen gängigen Klischees nicht unbedingt entsprechen. Verhalten von Frauen wie von Männern ist vor allem kontextabhängig.
Allerdings zeigen sich auch einigermaßen durchgängige Unterschiede zwischen Männern und Frauen, und zwar in der Fokussierung auf verschiedene Ausschnitte der Realität sowie in der Deutung und Bewertung relevanter Sachverhalte.
Die verschiedenen Strategien der Aufmerksamkeit bzw. Vernachlässigung haben Vorteile und Nachteile. Die Geschlechtsklassen können also voneinander lernen. Das wird ihnen allerdings nur gelingen, wenn sie sich nicht gegenseitig getrennte Domänen zuweisen, wenn sie vielmehr einsehen, dass sich unsere Gesellschaft in Zukunft den Luxus geschlechtlicher Arbeitsteilung nicht mehr leisten kann.
Alle müssen öffentlichen Gebrauch von ihrer Vernunft machen. Alle müssen die entsprechenden Qualitäten allerdings auch lernen. Niemand besitzt sie von Natur aus.

ZIELE

  • Vorurteile aufheben
  • Klar sehen
  • Souveränität im Fühlen, Denken und Handeln
  • Widerstände und Reibungsverluste abbauen
  • vernünftige Kommunikationsprozesse gewährleisten
  • voneinander lernen
  • Freude an der Kooperation
  • Synergien ermöglichen
  • Vorstellung von Geschlechtergerechtigkeit als Win-Win-Situation

INHALTE

  • Begriffsklärungen:
    • Sex und Gender
    • Geschlechtsidentität
    • Geschlechtsspezifische‘ Bedürfnisse und Interessen
  • Aufklärung gängiger Mythen/Klischees von Geschlechterdifferenz
    (»typisch Mann« – »typisch Frau«)
    • Welche Unterschiede lassen sich tatsächlich beobachten?
    • Wie kommt es dazu?
    • Welche Bedeutung wollen wir Unterschieden beimessen?
      (Sprachstile, Ehrgeiz, Konkurrenz, Aggression, Konfliktfreudigkeit, Umgang mit Mehrdeutigkeit und Widersprüchen, Lernfreude, subjektive Kompetenz, Motiv – und Werthierarchien, ...)
  • Stärken und Schwächen geschlechtsspezifischer »Fühl – Denk – und Verhaltensprogramme« - empirische Befunde
  • Selektive »gelernte Hilflosigkeit« in den Geschlechtsklassen
  • Anforderungen der Zukunft
    • Welche persönlichen Qualitäten sind gefragt?
    • Können wir uns eine geschlechtspezifische Arbeitsteilung noch leisten?
  • Voneinander lernen, miteinander lernen – Synergien realisieren!

 

Methode:
Lebendiges Lernen - Aufgaben, Übungen, Spiele, Simulationen, kleine Tests, die die Teilnehmenden selbst auswerten, theoretische Inputs und gemeinsame Reflexion. Die angeführten Themen verstehen sich als Angebot. Auswahl und Schwerpunktsetzung erfolgt zusammen mit den Teilnehmenden.
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  1. E. NOVOTNY, STÄRKEN UND SCHWÄCHEN GESCHLECHTSKLASSENSPEZIFISCHEN KOMMUNIKATIONS- UND PROBLEMLÖSEVERHALTENS (im Auftrag des Frauenbüros der Stadt Wien) in: E. NOVOTNY, Ermächtigen. Ein Bildungsbuch. Für eine wache Zeitgenossenschaft im Spannungsfeld von Individualisierung und neuen Formen von Gemeinschaft. Frankfurt am Main 2009 S 257 ff

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